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Aktienanalyse – Wirecard AG - Nichts für schwache Nerven - Wirecard Aktie in der Analyse

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Die Wirecard Aktie - Short-Attacken und kein Ende

Wirecard Aktie - Ein Jahr auf Achterbahnfahrt

Wirecard AG - Chartverlauf 1 Jahr
Quelle: https://kurse.boerse.ard.de/ard/kurse_einzelkurs_charts.htn?i=109035

Der Chartverlauf der Wirecard Aktie zeigt es: Bei Wirecard war in den letzten 12 Monaten ordentlich Musik drin.

 

Die Aktie setzte Anfang April 2018 zu einem echten Höhenflug an. Die Aktie stieg in nur vier Monaten um fast +100%. Der Hype um die Aktie wurde mit der Aufnahme in den deutschen Leitindex DAX im September 2018 gekrönt. Die Wirecard Aktie verdrängte dabei das DAX-Gründungsmitglied Commerzbank aus dem Index. Die Medien feierten die Wachablösung der klassischen Banken durch das moderne Fintech Wirecard.

 

Ab Herbst 2018 wurden die Bären immer stärker und drückten die globalen Indizes nach unten, wovon auch Wirecard nicht verschont blieb. Der Kurs der Aktie fiel von knapp 200 Euro um schmerzhafte -35% bis Ende Dezember 2018. Mit der Erholung der globalen Aktienmärkte Anfang Januar 2019 nahm die Wirecard Aktie wieder Fahrt auf und legte in nur einem Monat in der Spitze um fast +30% wieder zu. 

Short-Attacke mit Hilfe der Financial Times?

Doch dann veröffentlichte die renommierte, britische Finanzzeitung „Financial Times“ Anfang Februar 2019 mehrere Artikel über angebliche Ungereimtheiten bei Wirecard in Südostasien.

 

Dokumentenfälschung, Geldwäsche und Bilanzmanipulation lauten die Vorwürfe, die Wirecard alle umgehend dementiert und als irreführende, falsche, ungenaue und diffamierende Berichterstattung zurückweist. Den Aktienkurs lässt dies jedoch nicht kalt und er bricht in der Spitze vom Höchststand im Januar um mehr als -48% ein.

 

Sollten einzelne Hedgefonds bzw. Short-Seller (Leerverkäufer) vor Veröffentlichung der Anschuldigungen durch die Financial Times von der bevorstehenden Veröffentlichung gewusst haben, würde man von einer Short-Attacke sprechen. Bei einer Short-Attacke wetten einzelne Anleger und Hedgefonds auf fallende Kurse einer Aktie, in dem sie die Aktie leer verkaufen bzw. „short“ gehen. Sie leihen sich die Aktien zunächst von einem Dritten gegen eine Gebühr aus und verkaufen sie direkt teuer weiter. Nach einem Kursrückgang kaufen Sie die geliehenen und teuer verkauften Aktien billig wieder zurück und streichen so einen Gewinn ein. 

Financial Times vs. Wirecard AG - Wer verliert?

Was sich nach dem ersten Bericht der Financial Times ereignet, kann als echter Börsenkrimi bezeichnet werden:

 

Vorwürfe der Financial Times gegen Wirecard, Dementierung durch Wirecard und Stellungnahme von Wirecard Anwälten, US-Anwälte bereiten eine Sammelklage gegen Wirecard vor, Durchsuchung der Geschäftsräume von Wirecard in Singapur durch die örtliche Polizei, Klage eines Anlegers gegen den Journalisten der Financial Times, Untersuchungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wegen des Verdachts auf Marktmanipulation, Bekräftigung der Vorwürfe gegen Wirecard durch die Financial Times, Zurückweisung durch Wirecard, Hedgefonds erhöhen ihre Shortpositionen auf Wirecard Aktien, Verhängung eines Leerverkaufsverbots für Wirecard Aktien durch die Bafin, Prüfung einer Klage gegen die Bafin durch die Hedgefonds wegen des Leerverkaufsverbots…

 

Aktuell ist ein Ende noch nicht absehbar und es stellt sich die Frage, welche Seite Recht hat.

Wirecard und die Short-Attacken - Wo Rauch ist, ist auch Feuer?

Viele Anleger hat die Berichterstattung der letzten Tage und Wochen rund um die Wirecard Aktie stark verunsichert. Wo Rauch ist, ist auch Feuer liest man in den Kommentaren der sozialen Medien dann häufig. Und es ist ja nicht das erste Mal, dass Wirecard Ungereimtheiten vorgeworfen werden.

 

Im Jahr 2008 wird Wirecard eine intransparente Bilanzierung der Bankensparte und eine unsaubere Abwicklung von Online-Wettgeschäften vorgeworfen. Wirecard dementiert die Vorwürfe der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Staatsanwaltschaft München verurteilt im Jahr 2011 zwei Ex-Mitglieder von SdK zu einer Haftstrafe wegen Betrug. Ein Bilanzbetrug kann Wirecard nicht nachgewiesen werden.

 

2016 greift der unbekannte britische Analysedienst Zatarra Wirecard mit einem 100 Seiten langen Report an. Geldwäsche, Glücksspiel und Betrug werden Wirecard vorgeworfen. Der Aktienkurs bricht ein. Wirecard dementiert und schaltet die Staatsanwaltschaft ein, die ein Verfahren wegen Marktmanipulation einleitet und mit einem Strafbefehl gegen den Herausgeber des Reports beendet.

Intransparenz des Geschäftsmodells begünstigt Short-Attacken

Einer der Gründe, warum Wirecard immer wieder in den Fokus von Short-Sellern gerät, ist die mangelnde transparente Darstellung und das daraus resultierende mangelnde Verständnis für das Geschäftsmodell von Wirecard. Gleichzeitig ist das Unternehmen operativ sehr erfolgreich und kann sehr gute Margen vorweisen. Margen, die manchem zu gut erscheinen.

Mit meiner Analyse der Wirecard AG versuche ich etwas mehr Transparenz in das Geschäftsmodell zu bringen. Gleichwohl stützt sich meine Analyse auf die von einem renommierten Wirtschaftsprüfer (Ernst & Young) geprüften Geschäftsberichte der Wirecard AG. Ich habe meine Analyse unter der Annahme erstellt, dass die gegen Wirecard erhobenen Vorwürfe insbesondere hinsichtlich Bilanzmanipulation nicht zutreffend sind und Wirecard kein systematisches Fehlverhalten nachgewiesen werden kann. Meine weiteren Gedanken dazu habe ich bereits auf meiner Facebook-Seite in einem Beitrag sowie in meinem FS Value Invest wikifolio als Kommentar dargelegt. 

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Die unabhängige und aufwendig recherchierte Finanzsenf-Aktienanalyse beschäftigt sich ausführlich mit dem Unternehmen Wirecard und seiner Branche. Management und Geschäftsmodell werden hinterfragt. Kritische Bilanzpositionen werden analysiert und bewertet. Chancen und Risiken werden aufgezeigt. Die Schätzung des fairen Wertes, eine Chartanalyse sowie das abschließende Fazit runden die Analyse ab und geben einen Hinweis, ob die Aktie derzeit für einen Kauf in Frage kommen könnte.

  

Die vollständige Aktienanalyse der Wirecard Aktie steht Ihnen als kostenloser pdf-Download (keine Registrierung erforderlich) zur Verfügung. 

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Download - Analyse Wirecard Aktie

Hinweis: Die Aktienanalyse stellt keine  Anlageberatung und auch keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren im Sinne von § 85 WpHG dar.  Es gilt der Haftungsausschluss.

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Aktienanalyse Wirecard AG
Stand: 19.02.2019
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Kommentare: 10
  • #1

    Torsten (Donnerstag, 21 Februar 2019 16:38)

    Hallo Thomas,

    habe ich mir einen Tee gemacht und dann schlürfend deine Analyse genossen. Sehr interessant fand ich den Margenvergleich mit der Konkurrenz, der über Ayden hinausgeht.

    Vielen Dank für die gute Arbeit und lieben Gruß!

  • #2

    Finanzsenf (Donnerstag, 21 Februar 2019 16:48)

    Danke Torsten!

  • #3

    Nordlicht (Freitag, 22 Februar 2019 01:06)

    Sehr ausführliche und verständliche Analyse. Klasse!

    Allerdings wäre es noch besser, den Text noch einmal auf Rechtschreibfehler durchsehen zu lassen (die erweiterten Infinitive (meistens z.B. "um ...zu...") immer mit Kommata.

  • #4

    Axel (Freitag, 22 Februar 2019 16:14)

    Hi Thomas,

    vielen Dank für die Analyse. Finde auch speziell den Margenvergleich interessant.

    Ich frage mich noch, warum Wirecard mit geringeren Overhead-Kosten auskommt als der Wettbewerb (weil operative Marge #1, Bruttomarge #4). Betreibt Wirecard vielleicht weniger Forschung oder gibt weniger für Marketing aus? Oder ist das eine Zuschlüsselungsthematik?

    Hast du dazu vielleicht auch Infos?

    Danke dir und viele Grüße,
    Axel

  • #5

    Dom (Sonntag, 24 Februar 2019 08:54)

    Ich möchte mich auch sehr herzlich für deine kostenlose Analyse bedanken.

  • #6

    Finanzsenf (Sonntag, 24 Februar 2019 21:35)

    @Axel

    Eine sehr gute Frage. Ich glaube die Lösung ist eher in einer genaueren Analyse von Global Payments, First Data und Worldpay zu suchen, was ich noch nicht getan habe. Im Vergleich mit Adyen kommt man nicht zur Lösung. Adyen hat eine wesentlich bessere Personalaufwandsquote als Wirecard. Auch die sonstigen Kosten sind geringer. Sie können damit aber nicht die geringe Bruttomarge kompensieren.

    @Nordlicht
    Danke. Das Thema Rechtschreibung/ Grammatik hat Verbesserungspotential, dessen bin ich mir schon länger bewusst. Ich bemühe mich, weiter besser zu werden.

    @Dom
    Freut mich

  • #7

    Nathalie (Freitag, 01 März 2019 18:37)

    Ich habe für mich selber entschieden, die Finger von Wirecard zu lassen.
    War schon mehrmals kurz davor - aber da sehe ich langfristig große Konkurrenz von deutlich besser aufgestellten Unternehmen...

  • #8

    Finanzsenf (Freitag, 01 März 2019 20:31)

    Hallo Nathalie. Danke für deinen Kommentar. Die Konkurrenz im Bereich elektronisches Bezahlen ist in der Tat sehr groß. Welche Unternehmen siehst du denn besser aufgestellt als Wirecard?

  • #9

    Uwe Nanninga (Samstag, 09 März 2019 14:38)

    Hallo Thomas, habe diesen tollen Beitrag auf meine Webseite verlinkt.
    Schöne Grüße. Uwe

  • #10

    Robert (Sonntag, 24 März 2019 17:17)

    So einen Wirbel habe ich seit dem Neuen Markt nicht mehr erlebt.
    Manipulationen waren damals an der Tagesordnung.
    Man kann sicherlich darauf verzichten, Mitleser zu warnen, scheinen doch recht informierte Mitleser zu sein, aber ein Investment ist das für mich nicht.
    Wer traden will soll es machen, die Aktie jedenfalls wird in mein Depot keinen Zugang finden.
    Ach ja, danke für deine Gedankengänge und Informationen, die du lieferst immer wieder eine Freude bei dir rein zu schauen.
    Robert